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Die Zeitungsrolle in der
Hundeerziehung
Eine zusammengerollte Zeitung kann ein
nützliches Hilfsmittel sein, wenn man sie
richtig anwendet.
Benutzen Sie beispielsweise die Zeitung
wenn der Hund etwas anknabbert oder gerade
ein Bächlein macht.
Benutzen Sie sie nur, wenn sie nicht zum
richtigen Zeitpunkt eingreifen konnten,
weil Sie nicht aufgepasst haben.
Nehmen Sie die Zeitung, schlagen Sie sich
selbst sechsmal auf den Kopf und
wiederholen Sie dabei den Satz:
“Ich habe vergessen, auf meinen Hund
aufzupassen.”
Wenden Sie diese Technik immer wieder an.
Nach einigen Korrekturen werden Sie soweit
konditioniert sein, dass Sie ihren Hund im
Auge behalten! Die Zeitungsrolle sollte
einzig und allein zu diesem Zweck
verwendet werden.
Sobald ihr Hund über Sie lacht, loben Sie
ihn.
Aus: Ross/McKninney: Hunde verstehen und
richtig erziehen. In: Führmann/Hoefs: Das
Kosmos-Erziehungsprogramm für Hunde.
Wichtige
Grundregeln
für das
spätere Verhalten Ihres Hundes
Trotz
eindeutiger Erklärungen werden leider
immer wieder Fehler bei den Besitzern von
Welpen gemacht.
Es gibt hunderte von Fachbüchern, die
dieses Thema aufgreifen. Die vielen
unterschiedlichen Meinungen
sind meistens für den Laien
unverständlich.
Die nachfolgenden Regeln sollen Ihnen
helfen, weitgehend Fehler auszuschalten
und
viel Freude an „Ihrem neuen
Familienmitglied“ zu haben.
Ein Welpe
durchgeht in seinem Leben Phasen, die in
bestimmten Lebenswochen beginnen und
enden.
Dazu zählt u.a. die
Sozialisierungsphase. Sie beginnt
durchschnittlich mit der 8. Woche und
endet mit der 12.-14. Woche. Das
spielerisch, prägende Lernen in dieser
Zeit ist eine riesen Chance, aber auch
eine nicht minder große Gefahr: Alles, was
der Welpe jetzt erfährt und lernt, wird
beinahe unauslöschbar in seinem Gedächtnis
gespeichert.
Je lustvoller das Spiel mit dem Menschen ist, und je mehr erstes Lernen
als Spiel empfunden wird,
umso größer wird die künftige Lernfreudigkeit des Hundes. Sie wird in
dieser Phase für alle Zeiten festgelegt.
Ein Umkonditionieren ist später sehr
aufwendig und häufig unmöglich.
Mit der
Trennung von den Wurfgeschwistern stehen
Sie und der Welpe vor der Aufgabe der
richtigen Eingewöhnung. Die Eingewöhnung
an eine unbekannte Umwelt und Umgebung
stellt eine psychische Belastung für den
Welpen dar. Für ihn ist heute der Tag1 wo
er das erste Mal von seiner Mutter, seinen
Wurfgeschwistern und den anderen Hunden
der Zuchtstätte getrennt wird. Er wird aus
seiner gewohnten Umgebung herausgerissen,
wodurch bei ihm eine Trennungsangst
entsteht. Hinzu kommt meist noch eine
weite Anfahrt in einem fremden Auto.
Nehmen Sie den Welpen möglichst auf Ihren
Schoß, damit er Körperkontakt hat.
Das
Wichtigste ist nun die neue Bindung an
Sie. Ihr Bemühen, das Vertrauen des
Welpen zu Ihnen zu wecken. Dieses
Vertrauensverhältnis ist von überaus
großer Bedeutung, denn durch Sie schöpft
der Welpe die Kraft, mit
Belastungssituationen fertig zu werden.
Sie dürfen am Anfang mit dem Welpen nicht
zu viel, aber auch nicht zu wenig
unternehmen. Ein Welpe darf nicht
überfordert werden, damit er das, was er
lernen soll, verarbeiten kann. Es ist
völlig falsch, wenn Sie mit Ihrem Welpen
am Anfang durch die Großstadt, Kirmes oder
sonstige stressfördernde Situationen gehen
würden. Dadurch wäre eine Überlastung des
Welpen vorprogrammiert. Es gibt natürlich
Welpen, denen solche Situationen nichts
ausmachen. Diese sind aber sehr selten zu
finden.
Folgende
Schritte sollten Sie als Grundregel
betrachten und auch beachten:
-
Gewöhnen
Sie den Welpen an sein neues „Haus“ und
an die neue Umgebung.
-
Spaziergänge sollten anfangs im Wald,
auf Wiesen und Feldwegen stattfinden.
-
Heranführung des Welpen an mäßig belebte
Straßen.
-
Nach
Möglichkeit sollten Sie mit dem Welpen
einmal wöchentlich eine
Welpenspielgruppe eines
qualifizierten Hundeplatzes in Ihrer
Nähe aufsuchen. Hier werden in der
sensiblen Welpen-Phase optimale
Grundlagen für ein schönes,
problemfreies Hundeleben geschaffen. Mit
der Teilnahme kann bereits im
Welpenalter von 8 Wochen begonnen
werden, denn alles, was der Welpe in den
folgenden 6-8 Wochen erfährt und erlebt
ist beinahe unauslöschbar in seinem
Gedächtnis verankert. Das wachsende
Selbstbewusstsein des Welpen resultiert
aus seinem Spielerlebnis mit
Gleichaltrigen, aber auch aus dem
Spiellernen mit seinem geliebten
Rudelführer, der gleichzeitig mitlernt
und so eine gewisse Sicherheit im Umgang
mit dem Welpen bekommt.
-
Lassen Sie
den Welpen von fremden Menschen
streicheln und füttern (natürlich nur
von den selbst mitgenommenen Leckerle).
-
Man sollte
den Welpen nicht ständig ohne Leine
herumlaufen lassen, denn dies ist der
verlängerte Arm und gibt ihm Sicherheit.
In Stresssituationen kann der Welpe dann
auch nicht weiter ausweichen oder
weglaufen; dies ist nur so weit möglich,
wie die Leine lang ist.
Das einzig
richtige ist, den Welpen langsam an seine
neue Umwelt und dessen Andersartigkeit
heranzuführen. Hat der Welpe sich an seine
neue Heimat, mäßig belebte Straße usw.
gewöhnt, steigert man langsam den Radius
der Umwelt und der Belastbarkeit.
Lassen Sie ihn in den ersten 2 Wochen
möglichst nicht lange alleine zurück,
damit keine erneute Trennungsangst in ihm
geweckt wird.
Sollte er sich einmal ängstlich oder
zurückhaltend verhalten, dürfen Sie auf
keinen Fall den Welpen mit streicheln
beruhigen, sondern nur mit Worten.
Streicheln wird nämlich als Lob aufgefasst
und der Welpe verbindet damit, dass er
sich richtig verhalten hat. Somit würden
Sie ein „Fehlverhalten“ Ihres Welpen
unterstützen und fördern.
Wenn er sich vor etwas fürchtet, gehen Sie
ohne zu streicheln immer wieder in diese
Situation. Sie werden sehen, der Welpe
gewöhnt sich von selbst daran.
Zeigt sich der Welpe unbefangen, also
gleichgültig, wenn ein Auto vorbeifährt,
er sich von Fremden streicheln lässt oder
angstfrei mit Artgenossen spielt, sollten
Sie ihn ausgiebig loben und mit einem
Leckerchen belohnen.
O B E R S T E S
G E B O T :
EINEN WELPEN SCHLÄGT MAN NICHT
UND SCHREIT IHN AUCH NICHT AN!
Ebenso
sperrt man ihn nicht in Toilettenräume
oder sonstiges ein, um einmal Ruhe vor ihm
zu haben. Tiere in diesem Alter sind
überaus sensibel und das Vertrauen des
Welpen würde schwinden.
Das Vertrauen ist eines der wichtigsten
Dinge, um mit dem späteren Leben
fertig zu werden.
Lassen Sie den Welpen erst einmal stark
werden, also unterdrücken Sie ihn nicht.
Spätere Untugenden können Sie ihm immer
noch abgewöhnen. Man lässt ihn mit
Artgenossen spielen, aber nur dann, wenn
diese ihn nicht ständig überrennen oder
unterdrücken. Zeigt er am Anfang Angst,
auf keinen Fall bemitleiden, da muss
er alleine durch. Zeigt er sich
gleichgültig, d.h. angstfrei, dann bitte
L O B E N !
Lernen kann ein Hund nur in angstfreier
Umgebung und lernen heißt spielen. Jetzt
können Sie sagen, ich lasse keinen Welpen
bis er groß ist im Haus und Garten, dann
werden mir sicherlich keine Fehler
passieren. Genau das wäre aber der größte
Fehler, den Sie machen können. Ohne seine
Umwelt, dessen Reize und Einflüsse kann
sich der Welpe nicht entwickeln und sein
Wesen festigen.
Besitzen Sie bereits einen
zweiten Hund, sollten Sie folgendes
beachten:
Ihr erwachsener Hund darf den Welpen nicht
unterdrücken, ständig überlaufen oder
Spielsachen wegnehmen. Dadurch kann der
Welpe abstumpfen und zurückhaltend bis
scheu werden. Er wird dann automatisch
gegen alles vorsichtig.
Sollte Ihr anderer Hund scheu, aggressiv
oder geräuschempfindlich sein, sollten sie
mit beiden Hunden getrennt spazieren
gehen.
Wenn Sie Besuch erwarten, sollten Sie den
scheuen Hund in ein anderes Zimmer
bringen. Denn logischerweise schaut sich
der Welpe dieses Fehlverhalten vom älteren
Hund ab.
In Kürze heißt das:
Positive
sowie negative Eigenschaften lernt der
Welpe von seinem Partnerhund!
Ein Welpe, der mit einem ängstlichen oder
aggressiven Hund aufwächst, wird zu 90 %
ebenfalls ängstlich oder aggressiv.
Besitzen Sie einen ängstlichen Hund,
dürfen Sie ihn nur mit dem Welpen zusammen
spielen lassen, wenn er sich in gewohnter
und angstfreier Umgebung befindet.
Ein Hund,
der fremde Menschen ständig anbellt, ist
für den Welpen ebenfalls nicht von
Vorteil. Bellen bedeutet Gefahr. Dadurch
würde der Welpe Fremde mit Gefahr
verknüpften und vorsichtig werden. Ist Ihr
anderer Hund natürlich ausgeglichen, ruhig
und zu Fremden zutraulich oder unbefangen,
ist dieses ein immenser Vorteil für den
Welpen, wenn er mit einem solchen
aufwachsen kann. Der ruhige ausgeglichene
Hund wird diese positiven Eigenschaften an
den Welpen weitergeben.
Das
richtige Spiel mit dem Welpen
Das
Wichtigste, wenn wir uns einen Welpen ins
Haus nehmen ist, ein gutes Verhältnis zu
ihm zu bekommen. Wir müssen ein Band
knüpfen zwischen ihm und uns, ein Band auf
der Basis gegenseitigen Vertrauens. Das
heißt, der Welpe darf keine Angst vor uns
bekommen. Dieses Band ist der Grundstein
für ein schönes Zusammenleben, die Basis
einer guten Zusammenarbeit. Andererseits
hat der Rudelführer eine Autoritätsperson
zu sein. Der Welpe soll uns respektieren.
Eine Autoritätsperson ist nicht brutal,
sondern wird nur dadurch respektiert, dass
sie die vom Hund anerkannte Schlauere ist.
Der Schlauere sind wir nie durch
Brutalität, sondern wenn wir dem Hund
immer eine Nasenlänge voraus sind. Wir
müssen ihm im täglichen Umgang zeigen, wer
von uns der Schlauere ist und ihm
beweisen, dass wir in der Lage sind ein
Rudel zu führen. Wie anders können wir das
schaffen als im Spiel, aber richtiges
Spiel. Spielen ist eine ernste Sache für
den Welpen. Absolut tabu sind Kampfspiele
mit Körpereinsatz. Wir wollen beim Welpen
keine Chance aufkommen lassen, er könnte
uns besiegen. Er wird größer und wendiger
werden und merkt vielleicht irgendwann
einmal, dass er uns wirklich besiegen
kann. Er wird dann auch in anderen
Situationen prüfen, ob Sie wirklich der
bessere Rudelführer sind. Das führt zu
Dominanzproplemen und wir verlieren an
Autorität.
Sollte er sich also im Spiel zu aggressiv
zeigen, so gehen wir nicht auf sein Spiel
ein, sondern brechen ab und interessieren
uns nicht mehr für ihn oder lenken ihn ab.
Gehen wir aber auf sein aggressives Spiel
ein, so werden wir erfahren, dass er immer
aggressiver wird. Durch die Förderung des
Spieltriebs weckt man die Aufmerksamkeit
und die Lernbereitschaft des Welpen. Im
Spiel binden wir den Welpen an uns, indem
der Reiz immer von uns kommt. Für den
kleinen Hund muss es immer das
Allerschönste bedeuten, zu uns zu kommen,
mit uns etwas zu tun. Wenn wir ihn im
Spiel oder beim Spaziergang zu uns rufen,
geschieht das immer mit freundlicher
Stimme, und wenn er dann kommt ist“
Aktion“ angesagt. Wir zücken ein
mitgebrachtes Spielzeug oder ein Leckerle
und dirigieren den Kleinen mit diesen
Mitteln schon jetzt auf die linke Seite,
unsere spätere Fußseite. Das Spielzeug
sollte so sein, dass wir es während der
Hund hineinbeißt noch festhalten können.
Wir reden freundlich mit ihm und lassen
ihn so eine Weile neben uns herlaufen. Das
macht er, weil er das lockende Teil ja
erhaschen will. Von Zeit zu Zeit lassen
wir es ihm, halten es aber fest während
wir mit ihm spielen. Dann sagen wir ,,A u
s“ und nehmen es ihm wieder ab. Er will
natürlich nicht. Von oben greifen wir über
die Schnauze. Mit Daumen und Zeigefinger
unterhalb der Lefze hinter den oberen
Fangzähnen wird ein Druck ausgeübt. Der
Unterkiefer öffnet sich dann automatisch
und Sie können den Gegenstand seitlich
herausziehen.
So gewöhnen wir ihn von klein an daran,
dass wir ihm alles wegnehmen können. Das
Wegnehmen müssen wir frühzeitig mit dem
Welpen üben. Wir nehmen ihm eine Sache ab
mit dem Kommando „Aus“ , schauen es uns an
und geben es ihm wieder zurück, sei es ein
Knochen, ein Spielzeug der Futternapf ein
Leckerle oder etwas anderes. Die
Ausbildung des Hundes im Spiel geschieht
nur über den Spieltrieb, Futterlob,
Blickkontakt, Mimik und Körpersprache. Zum
stärksten Trieb eines Hundes zählt der
Selbsterhaltungstrieb, auch schon beim
Welpen. Für die Ausbildung ist er
ausschlaggebend.
Er schlüsselt sich in folgende Unterpunkte
auf: Beutetrieb - Jagdtrieb -
Spieltrieb - Futteraufnahme - Futterlob
Die Verständigung der Hunde untereinander
mittels Blickkontakt und Körpersprache ist
eingebunden in den Selbsterhaltungstrieb.
Die Ausbildung funktioniert also nur im
Zusammenspiel von Spieltrieb, Futterlob,
Blickkontakt und Körpersprache. Man setzt
also diesen Selbsterhaltungstrieb ein,
vermeidet aber das Drücken des Welpen mit
den Händen in eine gewünschte Position. Im
gefestigten Rudel gibt es dieses
Verhaltensmuster nicht. Im Rudel ist
Handarbeit nur in begründeten
Ausnahmefällen erlaubt, z.B. wenn der
Ranghöhere seine Position behaupten muss.
Dann drückt er den Untergeordneten mit
Pfoten, Fang und Körperkraft zu Boden. Das
löst dann Meideverhalten aus, welches
unbedingt vermieden werden muss!
Während der
Zahnung ist ebenfalls Vorsicht
geboten. Zu diesem Zeitpunkt hat er, wie
jedes andere Lebewesen naturgemäß
Schmerzen. Durch das ständige Anfassen der
Schnauze während dieser Zeit (etwa ab 3 -
4 Monate) verbindet der Welpe die
Menschenhand mit Zufügung von Schmerzen.
Er weiß nicht, dass nicht die Hand sondern
der Zahnwechsel die Schmerzen verursacht.
Geben Sie Rinderhaut, Pansen oder
ähnliches zum Kauen. Auf keinen Fall
Hähnchenknochen
Hund
alleine lassen
Ihr Welpe
ist noch sehr abhängig von Ihnen. Er
braucht Ihre Zuneigung, Ihr Lob und Ihre
Gesellschaft. Während des vierten Monats
wird er unter Umständen noch anhänglicher
und beobachtet jeden Ihrer Schritte. Er
folgt Ihnen bei jeder Gelegenheit dicht
auf den Fersen. Wenn Sie kein anderes
Haustier haben, kommt seine Abhängigkeit
noch stärker zum Ausdruck und er hat
möglicherweise große Schwierigkeiten Sie
aus seinem Gesichtskreis verschwinden zu
lassen.
Spätestens jetzt müssen Sie ihm
beibringen, die Abwesenheit von Menschen
zu ertragen, sonst werden Sie später große
Mühe haben. Es kommt darauf an, dem Welpen
wissen zu lassen, dass Sie mit Sicherheit
zurückkommen, wenn Sie weggehen und ihn
alleine lassen. Sie müssen ihn in mehreren
Schritten entsprechend konditionieren, das
heißt, daran gewöhnen, ruhig zu bleiben
und sich still zu verhalten, auch wenn er
von seiner Menschenfamilie (dem Rudel)
getrennt ist. Das fängt man ganz langsam
an, indem man ihn mal kurz innerhalb der
Wohnung alleine lässt, dann zurückgeht und
lobt, wenn er sich gut benommen hat.
Machen Sie es, wenn er sowieso vom Spielen
oder Spazierengehen müde ist. Man soll
zwar den Welpen mitnehmen, wann immer es
möglich ist um ihn an alle Arten von
Situationen zu gewöhnen, aber Sie werden
einmal damit beginnen müssen, ihn für
kurze Zeit alleine im Haus zurückzulassen.
Sie sollten dies auch tun, wenn Sie nichts
Bestimmtes vorhaben. Gehen Sie einmal zur
nächsten Straßenkreuzung oder fahren Sie
zum Postamt oder tun Sie sonst irgend
etwas, aber tun Sie es regelmäßig. Führen
Sie auch jedes Mal dieselben
Routinehandlungen durch, auch wenn Sie nur
für zehn Minuten das Haus verlassen.
Schließen Sie die Fenster oder Türen,
schalten Sie das Licht aus, gehen Sie zur
Garderobe, nehmen Sie sich einen Mantel
oder Jacke, stecken Sie die Autoschlüssel
ein, und nehmen Sie Ihre Handtasche, Ihre
Mappe oder sonst etwas - eben das, was Sie
normalerweise mitnehmen würden, wenn Sie
mehrere Stunden fortgingen. Ihr Welpe wird
schnell lernen, die Anzeichen dafür zu
erkennen dass Sie das Haus verlassen
wollen, auch wenn Sie sich je nach Jahres-
oder Tageszeit etwas anders darauf
vorbereiten.
Überlegen Sie sich also, was Sie
normalerweise bei Abwesenheit von ungefähr
acht Stunden tun würden. Versuchen Sie,
alle Handlungsabläufe und Handgriffe
zumindest für einige Wochen gewissenhaft
zu wiederholen, bis Sie merken, dass Ihr
Welpe bereit ist Ihr Fortgehen zu
akzeptieren. Falls Sie ihn bis jetzt
regelmäßig mitgenommen haben, kann er in
Aufregung geraten, wenn Sie Ihre
Vorbereitungen zum Fortgehen treffen.
Richten Sie vielleicht deshalb in der
Routine des Aufbruchs einige Worte an ihn,
zum Beispiel ,,Nein, du kommst nicht
mit!“, oder einfach „Nein“. Es schadet
nichts, wenn Sie sich von dem Welpen
verabschieden, aber machen Sie das Tier
nicht glauben, Ihr Fortgehen sei ein
großes Ereignis. Es genügt wenn Sie
einfach sagen; „Sei ein braver Hund“ oder
„Bis bald!“ Es ist wichtig, dass Sie
tatsächlich weggehen Glauben Sie nicht,
Ihr Welpe merkt es nicht, wenn Sie sich
nur in die Garage oder den Garten begeben.
Er wird Ihre Nähe spüren und vielleicht
glauben, dass er Sie durch sein Bellen
oder Winseln zurückholen kann.
Die Ansicht, nach der es sinnvoll sein
soll, draußen vor der Türe zu warten, um
zu sehen, was passiert, und dann schnell
zurückzugehen, um den Hund zu bestrafen,
falls er bellt, ist veraltet. Es ist eine
,,negative Bestärkung“. Alles was Sie
damit erreichen ist nur, ihn für sein
Bellen mit Ihrer Rückkehr zu belohnen.
Weil es ihm vor allem um Ihre Zuneigung
geht, wird er sich nicht einmal viel aus
Ihrem Schimpfen machen! Wenn Sie
zurückkommen, auch wenn Sie nur 10 Minuten
fort waren, begrüßen Sie Ihren Hund
fröhlich und lassen Ihn sofort hinaus.
Sparen Sie sich eine ausführliche
Begrüßung, bis er Gelegenheit hatte sich
zu erleichtern. Es könnte sonst sein, dass
er vor lauter Aufregung uriniert. Begrüßen
Sie ihn immer fröhlich, und lassen ihn
sofort hinaus, bevor Sie sich mit
irgendwelchen Problemen abgeben, die
zwischenzeitlich entstanden sind. Ihr
Heimkommen sollte immer ein freudiges
Ereignis für den Welpen sein. Damit es das
auch für Sie ist, räumen Sie besser alles
außer Reichweite was er zerstören könnte,
bevor Sie weggehen. Manche Welpen neigen
zur Zerstörungswut, die aus der Angst vor
dem Alleinsein oder aus Langeweile
erfolgt. Beim Zerbeißen und Zerstören
bekommt er seine Angst in den Griff, und
langweilig ist es ihm dann auch nicht
mehr.
Stubenreinheit
Schon ein
guter Züchter hält die Welpen zur
Reinhaltung des Lagers an. Täglich
mehrmals werden die Zeitungen gewechselt,
die als saugfähige Unterlage dienen und
von den Welpen als Hundetoilette benutzt
werden. Zusätzlich haben die Welpen
ausreichenden Auslauf, um mit
fortschreitendem Alter ihr Geschäft auch
außerhalb erledigen zu können.
Todsünde des Hundehalters
Wenn das
Malheur mal passiert ist, gibt es immer
noch Leute, die einen Welpen mit der Nase
in seine Hinterlassenschaften stupsen. Das
ist das Dümmste, was man machen kann. Mehr
noch, ein großer, folgenschwerer Unfug.
Die Hundenase ist ein extrem
hochempfindliches Sinnesorgan, welches
durch eine solche Handlung schwer
geschädigt werden kann. Der Besitzer muss
sich klar machen, dass der Welpe nie aus
Niedertracht in die Wohnung macht.
Der Welpe würde viel lieber draußen sein
Geschäft erledigen, er weis nur noch nicht
wie. Das ,,Wie“ dem Welpen beizubringen,
ist Aufgabe und reine Trainingssache des
Besitzers.
Die richtige Vorgehensweise
Grundsätzlich alle 2 Stunden und etwa 15
Minuten nach den Mahlzeiten und jedes Mal
wenn der Welpe aufwacht nimmt man den Hund
nach draußen, übt sich in Geduld und lässt
ihm ausreichend Zeit, sein Häufchen zu
machen. Wenn der Welpe erfolgreich war, so
lobt man ihn, wie großartig und
unwahrscheinlich toll er das gemacht hat.
Es wird ein regelrechter Aufstand der
Begeisterung um diese Geschäftshandlung
gemacht.
Das prägt sich ihm ein. Anschließend nimmt
man den Welpen wieder mit ins Haus. Für
den Erfolg, wie schnell ein Welpe
stubenrein wird, ist es ausgesprochen
wichtig, diesen Fütterungs- und
Bewegungsrhythmus in möglichst gleichen
Zeitabständen einzuhalten.
Außerdem ist es von Bedeutung, dem Welpen
seinen eigenen Geschäftsbereich zu
verschaffen. Man führt ihn folglich immer
an die gleiche Stelle, sozusagen auf sein
Hundeklo. Schließlich muss er sich in
seiner neuen Umgebung erst einmal
orientieren und vieles ist so aufregend
für ihn, dass er schon mal seinen Druck
vergessen könnte. Spürt man, dass er sich
im Wohnbereich setzen will, darf man ihn
auf keinen Fall hochreißen. Mit
beruhigenden Worten nimmt man ihn auf den
Arm und bringt ihn zu seinem Örtchen.
Falls nun doch ein Malheur passiert, weil
man nicht schnell genug reagiert hat:
,,Nur Geduld!!!’, Es ist sehr wichtig,
dass man sich im Falle eines Falles
beherrscht und nicht gleich zornig
reagiert. Jedes Strafen würde der Welpe
als Ärger darüber empfinden, dass er
überhaupt gemusst hat. Folglich wird er
sich dann in Zukunft in einem
unbeobachteten Moment einen entlegenen
Winkel in der Wohnung suchen und die
Bescherung ist da. Er folgert schließlich
logisch aus unseren Handlungen und wird
dann immer diese Ecken aufsuchen wollen!
Wenn man ihn inflagranti beim Absetzen
seiner Notdurft erwischt, so gibt man ihm
einen leichten Klaps auf den Welpenpo und
sagt ein strenges ,,Pfui“. Der Welpe muss
ja erfahren, dass das nicht erlaubt ist.
Anschließend wieder ab zu seinem Örtchen.
Die beste Methode, ein Malheur zu
verhindern, ist die Beobachtung des
Welpen. Fängt er z.B. im Spiel plötzlich
an zu kreisen und schnüffelt aufgeregt mit
der Nase über dem Boden, so ist höchste
Eile geboten, ihn zu seinem Örtchen zu
führen.
Machen Sie es sich zur Gewohnheit, den
Welpen morgens so früh und abends so spät
wie möglich für sein Geschäft nach draußen
zu bringen. Machen Sie ihn abends müde,
damit er schnell lernt durchzuschlafen.
Ihr Welpe ist ein Rudeltier. Im Rudel ist
er nie allein. Deshalb sollten Sie ihn
nachts nicht irgendwohin aussperren.
Alleinsein muss erst noch gelernt werden,
am Besten erst wenn die Stubenreinheit zum
größten Teil abgeschlossen ist. Lassen Sie
ihn irgendwo in Ihrer Nähe, vielleicht in
einem Laufställchen, einer Hundebox, oder
in einem Korb/Karton, den Sie mit einem
Handtuch abdecken, also irgendwo wo man
ihn auch nachts hören kann und er
gleichzeitig das Gefühl hat, er ist nicht
allein. Dann wird er sich geborgen wissen
und schneller die ganze Nacht
durchschlafen. Außerdem können Sie ihn,
wenn Sie ihn krabbeln hören, schnell
nehmen und nach draußen führen, damit er
da sein Geschäft verrichten kann.
Zeitaufwand, bis der Hund stubenrein ist
Wie lange es
dauert, bis ein Hund stubenrein ist, liegt
nur an der Beobachtungsgabe der Menschen,
die sich um den Hund kümmern. Dadurch
dauert es bei dem einen Hund eben nur 3
Tage und beim anderen 3 Wochen.
Patentrezepte gibt es hierbei leider
nicht. Erst wenn Ihr Hund 6-7 Monate alt
und immer noch nicht stubenrein ist,
können Sie von einem Problem reden. Vorher
kann immer wieder mal ein Malheur
passieren.
Dies alles
führt zu einer konsequenten Haltung
unseres Hundekindes. Wir hoffen, dass es
Ihnen hiermit gelingt, langsam und
zielstrebig den Welpen an alles zu
gewöhnen. Für auftretende Fragen stehen
wir Ihnen selbstverständlich weiterhin
gerne zur Verfügung und wünschen Ihnen mit
Ihrem neuen Familienmitglied viel Freude.
Ihre
Züchterfamilie
Wir danken Herrn Wolfgang
Seifried für die Übernahme seiner
Zusammenfassung, die wir nicht besser
hätten schreiben können
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